1. Teil: Vom Anfangsverdacht "LRS" bis zur Diagnose
2. Teil: Definition LRS / Legasthenie
3. Teil: Belastung, schulische Situation, Begabungen und Förderung
4. Teil: Erwartungen der Eltern
5. Teil: Bitten und Tipps der Eltern


Erwartungen der Eltern


Erwartungen an die Politik

Änderung des Schulsystems
Zwei entscheidende Stichwörter sind hier "Chancengleichheit" und "Inklusion". Bei den Eltern ist insgesamt eine hohe Unzufriedenheit mit der aktuellen Bildungspolitik spürbar. Dafür sind offensichtlich viele Faktoren verantwortlich:
Zitate:
"Bildung gehört nicht in Länderhand, damit fängt es schon an."
"Lehrer sollten KEINE Beamten sein!!!!"

Viele Eltern fordern eine längere gemeinsame Schulzeit mit kleineren Klassen, mehr Lehrkräften und gut ausgebildetem Förderpersonal für individuelle Fördermaßnahmen für alle Schüler. Diese Eltern wünschen sich eine entsprechende Unterstützung von Kindern innerhalb der Schule (so dass außerschulische Förderung nicht mehr notwendig wäre).
Zitate:
"Schulsystem anpassen an Erkenntnisse über das Lernen. Viiiiel mehr Geld investieren in sinnvolle Reformen. Tenor: Inklusive Schulen, d. h. kein permanentes selektieren, sondern permanentes Fördern."
"Eine verbesserte Förderung von Kindern mit "special needs", egal, ob diese Legastheniker, dyskalkul, AD(H)Sler sind oder "einfach nur" eine schlechtere Leistung erbringen wegen mangelnder Unterstützung des Elternhauses oder wegen eines Migrationshintergrundes (oder was auch immer) ... Kleinere Klassen (Gruppengröße kleiner als 17 Kinder), Lehrer, die besser vorbereitet sind und über ein besseres Wissen gerade in Bezug auf Motivation verfügen. Vielleicht einfach auch mal Pädagogen statt Lehrer? Lerntherapeuten, Sonderpädagogen und Schulsozialarbeiter in allen Schulen."
"Der Schwerpunkt sollte nicht einseitig auf sprachliche Fächer gelegt sein, sondern auf alle Fächer, damit Legastheniker die Fächer belegen können, in denen sie ihre großen Stärken haben und dadurch das Abitur erreichen können."
"Mitspracherecht der Direktoren, Schüler und Eltern bei der Auswahl der Lehrer, kleine Schülerzahlen in den Klassen, Aufhebung der Unkündbarkeit der Lehrer, Abschaffung des Notensystems zumindest in der Grundschule, Größeres Mitspracherecht der Lehrer, Schüler und Eltern in allen wichtigen Dingen, jeder soll eine Stimme haben."


Lehrerausbildung
Auch bei der Lehrerausbildung sehen zahlreiche Eltern einen großen Veränderungsbedarf. Der wichtigste Punkt ist dabei die verpflichtende Ausbildung zum Themenbereich LRS / Legasthenie sowie dementsprechende Weiterbildungen während der Berufszeit. Daneben wird eine verbesserte pädagogische Ausbildung der Lehrer erwartet.
Zitate:
"Einbeziehung der LRS/Dysk. und Wahrnehmungsproblematiken in Lehrerausbildung;"
"bessere pädagogische Ausbildung der Lehrer"
"Jeder Lehrer sollte während seines Studiums mit dieser Problematik befasst sein. Es gibt in der Schule nicht nur die gleiche Norm. Erkennen von Schwächen und Stärken der Schüler."
"Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung zum Thema für alle Lehrer verpflichtend schon ab dem Studium!!!"
"LRS als verpflichtendes Thema in der Lehramtsausbildung, besonders in der Grundschule, aber auch für weiterführende Schulen"


Recht
Die derzeitige Politik der unterschiedlichen LRS-Erlasse in den einzelnen Bundesländern ist vielen Eltern ein Dorn im Auge. "Kann-Bestimmungen" sollten durch klare Regelungen ersetzt werden. Der Notenschutz ist in den meisten Bundesländern nur bis zu einer bestimmten Klassenstufe möglich, so dass das Erreichen des Abiturs für viele betroffene Kinder schon an dieser Bestimmung scheitert.  
Zitate:
"Klare Richtlinien für alle Bundesländer!"
"Der LRS Erlass müsste in MUSS und nicht in KANN Form geschrieben werden. Jeder Schulleiter kann - muss aber nicht darauf eingehen."
"Chancengleichheit einheitliche Legasthenie und Dyskalkulieerlasse auf Bundesebenen."
"Dass der Notenausgleich so lange wie möglich erhalten bleibt"
"Der Legasthenieerlass soll für die gesamte Schul- und Studienlaufbahn gelten."
"Auch Dyskalkulie anerkennen"
"Keine Unterscheidung zwischen Störung und Schwäche"

Finanzen ...
... sind natürlich ein allgegenwärtiges Thema. Die Eltern fordern, mehr Geld für das Bildungssystem bereit zu stellen. Gleichzeitig ist ihnen ein einfacherer Zugang zu therapeutischer Förderung ohne zusätzliche finanzielle Belastung für die Familie wichtig.
Zitate:
"mehr Gelder für das Bildungssystem"
"Bessere finanzielle Ausstattung von Schulen, mehr Hilfen finanzieller Art"
"Dass für meine Erwartungen an die Schule die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Eltern, die sich eine außerschulische Förderung nicht leisten können, sollten nicht gezwungen werden, mit ihren Kindern Dutzende von Tests über sich ergehen zu lassen, um Geld für eine Therapie zu bekommen."
"Mehr finanzielle Unterstützung bei Projekten und Therapien, Anerkennung von LRS nicht erst, wenn seelische Probleme auftreten"
"Finanzielle Unterstützung, vor allem auch für alleinerziehende Mütter"
"Finanzielle Unterstützung mehr Therapieplätze vor Ort , Erreichbarkeit verbessern"
"Bereitstellung von Geldern zur Förderung LRS Kinder (externer Unterricht von Profis)"
"Gelder geben ohne Erniedrigung"


Anerkennung als Krankheit / Behinderung
Einige Eltern fordern die Anerkennung von Legasthenie als Krankheit oder Behinderung. So soll die Kostenübernahme (durch die Krankenkassen) gesichert  und außerdem eine Entlastung der Kinder erreicht werden.
Zitate:
"Einstufung der Legasthenie als Krankheit und Bezahlung der Therapie"
"Anerkennung der Legasthenie als Behinderung, Anspruch auf Förderung"
"Anerkennung der LRS als Behinderung und nicht als Dummheit oder Faulheit der Kinder"
"Ich erwarte Anerkennung als Behinderung, denn diese Leistungsschwäche bleibt erfahrungsgemäß ein Leben lang in mehr oder minderer Form bestehen."


Aufklärung / Frühförderung
Ein anderer Teil der Eltern will eine solche Einstufung ihrer Kinder als "krank" oder "behindert" nicht. Die Eltern fordern mehr Aufklärung der Allgemeinheit zum Thema LRS / Legasthenie und plädieren vor allem für eine frühe Erkennung und Förderung von Kindern mit möglichen Lernproblemen.
Zitate:
"keine Stigmatisierung, sondern Aufklärung und Unterstützung"
"Kostenlose Unterstützung aber keine Abgrenzungen von anderen Kindern !"
"Keine Ausgrenzung von LRS Kindern durch Beschulung in den Sonderschulbereich"
"Aufklärung für die Öffentlichkeit"
"Mehr Aufklärung z.B. Info für Ausbildungsbetriebe"
"klare Richtlinien und Antidiskriminierungsanordnungen"
"mehr Unterstützung, vielleicht eine Untersuchung auf LRS kurz nach der Einschulung, oder bei Verdacht auf LRS"
"bessere und bezahlte Frühförderung"

Resignation

Erschreckend ist es schon, wie viele Eltern sich von der Politik bzw. den Politikern gar nichts erwarten. Die Resignation ist groß, die Politikverdrossenheit auch.
Zitate:
"Nichts, ist sowieso zwecklos, Politiker sind nur an einer Wiederwahl interessiert nicht am Wohl und Können unserer Kinder"
"Kann man von unseren Politikern etwas erwarten?"
"Was soll ich da erwarten?"
"Nichts!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"


Einige weitere interessante Erwartungen bzw. Anregungen
"Untersuchung möglicher Ursachen außerhalb der betroffenen Personen"
"andere Rechtschreibregeln"
"bessere Bezahlung von Erziehern"
"LRS nicht von IQ abhängig machen"

 


Alle Antworten der befragten Eltern können Sie in einer pdf-Datei herunterladen.

Erwartungen der Eltern an die Politik (188 kB)


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