Unterstützen Sie die Initiative "Recht auf Lesen"

Im Folgenden finden Sie:

den Wortlaut der Forderungen
einige der unterstützenden Organisationen und Institutionen
ein Online-Formular für Sie zur Unterzeichnung
Aktivitäten zur Initiative "Recht auf Lesen"
Artikel zur Vertiefung der Thematik
Reaktionen der Länder

Der Stellenwert des Schriftspracherwerbs von Kindern im Rahmen des Themas:
"Familie und Gesundheit"

Gemäß der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (1986) ist Gesundheit verstanden als Lebensqualität und als Verwirklichung der individuellen Leistungsfähigkeit ohne die Prinzipien Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Gleichberechtigung nicht  zu erreichen. Diese Prinzipien sind eng mit den basalen Fähigkeiten zum Lesen und zum Leseverständnis verbunden.

Diese Tatsache verpflichtet alle gesellschaftlichen Kräfte, insbesondere aber die Länder,  die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um allen Kindern den Zugang zu Schrift und Sprache zu ermöglichen.

Der Schriftspracherwerb ist eine wesentliche Voraussetzung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wir möchten das Augenmerk auf drei zusammenhängende Problemberei­che lenken, die Kindern sowie deren Familien den Zu­gang zu eigenen sowie gesellschaftlichen Ressourcen  und zu einem selbstbestimmten Gesundheitsbewusstsein erschweren:

  1. eine Tendenz, Kinder, die im schulischen Bereich engen Normierun­gen nicht entsprechen, als gestört, krank oder behindert einzustufen und ihre Schwierigkeiten aus dem schulischem Aufgabenbereich aus­zugliedern
  2. den immer noch zu hohen, teilweise sogar steigenden Prozentsatz der Kinder, die in der Schule nur eine unzureichende basale Lesekompetenz erreichen
  3. die aufgrund der beiden vorgenannten Punkte entstehenden psychi­schen, physischen und auch materiellen Belastungen von Familien mit ihren Auswirkungen auf die "Familiengesundheit"

Der dabei sich gegenseitig negativ verstärkende Wirkungs­zusammenhang zwischen Gesundheit und Bildung hat gravierende Folgen. Ein schlechter physischer sowie psychischer Gesundheitsstatus erschwert auch die Fähigkeit und Bereitschaft zur aktiven Teilnahme in der Aneig­nung von Wissen. Umgekehrt gilt: Wer sich nicht angemessen Wissen aneignen kann, dem ist auch der Zugang zu gesundheitsbezogenen Ressourcen erschwert.

Hintergründe:

  • Gesundheitsförderung wird verstanden als Prozess, der Individuen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihr Leben im Allgemeinen und über ihre Gesundheit im Besonderen ermöglicht.
  • Zugang zu Gesundheitswissen und Ressourcen ist unmittelbar abhängig von der Fähigkeit  zum sinnentnehmenden Lesen.
  • Präventive Gesundheitsförderung sowie das Ziel, Kindern und Jugendlichen den jeweils höchstmöglichen allgemeinen Bildungsabschluss zu ermögli­chen, sind nur in Zusammenhang mit der Sicherung eines gelungenen Schriftspracherwerbs zu erreichen.
  • Gesundheitsförderung muss sich gesellschaftlichen Normierungsten­denzen und dem darin enthaltenen Potenzial zur Stigmatisierung,  Ausgrenzung und Pathologisierung entgegenstellen.

Alle Kinder haben das Recht möglichst gut lesen lernen zu können und damit den Anspruch auf entsprechende Förderung innerhalb oder außerhalb der Schule. Die Länder sind verpflichtet, diesen Anspruch umzusetzen.

Mögliche Sofortmaßnahmen:

Um dieses Recht umzusetzen schlagen wir Maßnahmen vor, die vereinzelt  bereits durchgeführt werden:

  • Ausbildung zur Didaktik des Schriftspracherwerbs und zu mög­lichen Problemen in dem Prozess des Schriftspracherwerbs muss für alle Grundschullehrkräfte verpflichtend sein.
  • Anstelle der gleichschrittigen Unterrichtung der Schriftsprache werden individuelle Lernwege der Kinder zugelassen und unterstützt.
  • Bestmögliche individuelle Förderung wird  durch in die Schulstruktur inte­grierte Förderkräfte gewährleistet, um Stigmatisierung und Selektion vorzubeugen.
  • In besonderen Fällen kann eine spezielle außerschulische Förderung ergänzend notwendig sein. Diese darf nicht abhängig gemacht werden von einer Einstufung des Kindes als "krank", "gestört" oder "seelisch bzw. geistig  behindert".

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Unterstützt wird die Initiative "Recht auf Lesen" unter anderem von:

Wir bitten um Ihre Unterstützung

Wenn Sie Recht auf Lesen mitunterzeichnen wollen, füllen Sie bitte das untenstehende Formular aus und senden es ab.

Herzlichen Dank

Hiermit unterstütze ich die Initiative "Recht auf Lesen"






Bitte schließen Sie sich der Initiative "Recht auf Lesen" an. Sie können auch einfach eine E-Mail an rechtauflesen@legakids.net senden.

 

Was wir planen, was wir machen

Nach der Bundestagswahl 2009 haben wir alle zuständigen Ministerien der Länder angeschrieben sowie die Initiative mittels Pressmitteilungen einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgegeben.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse (5.10.2009) haben wir die Pressemitteilung: Initiative "Recht auf Lesen" (144 KB) herausgegeben.

Eine weitere Pressemitteilung gab es zum 21. November, dem 20. Jahrestag der Ottawa-Charta zu Gesundheitsförderung:
Pressemitteilung "Lesen fördert die Familiengesundheit – fragen Sie Ihren Arzt oder Lehrer" (209 KB)

Von Oktober 2009 bis ins Frühjahr 2010 erreichten uns die Reaktionen der einzelnen Länderministerien.

April 2010
Offener Brief an die BildungsministerInnen und SenatorInnen der Länder (102 KB)

Antworten auf den offenen Brief

April 2010
Pressemitteilung Besser Lesen lehren" (33KB)

Zur Vertiefung der Thematik verweisen wir auf die Artikel:

"Legasthenie – eine Krankheit, eine Behinderung, eine Störung? Recht auf Bildung und individuelle Förderung statt Selektion und Stigmatisierung" (20 Seiten, 888 kB) Büchner, B., Kortländer, M., Werner, B., Robering, N. und Schönweiss, F. (2009)

"Zehn Rechte der Kinder auf Lesen und Schreiben. Wie gut werden sie in Deutschland verwirklicht?" (1,2 MB)
Renate Valtin (2009)

 "Legasthenie ist doch behebbar" (236 kB) Hoffmann und Sasse (2006) Eine Studie anahnd der Befragung ehemaliger Legastheniker zeigt, dass eine gezielte Förderung von Kindern mit Legasthenie häufig sehr gute Ergebnisse erbringt.

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