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Tipps für Eltern
Tipps für andere Lehrkräfte
Hilfen für Kinder

Hilfen der Lehrkräfte für betroffene Kinder

An sich selbst glauben, den Mut nicht verlieren, nicht aufgeben

Der häufigste Tipp von Lehrkräften für Kinder betrifft deren Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein. 
Das folgende Zitat fasst Vieles davon zusammen: "Ich mag und schätze dich so wie du bist. Du hast eine Lese-Rechtschreibschwäche, aber wir bemühen uns zusammen mit dir, das Beste daraus zu machen. Du hast viele andere Qualitäten. Lass dich nicht entmutigen, kämpfe immer weiter, wir stehen hinter dir!"
Selbstbewusst zu sein, zu kämpfen und Geduld mit sich selbst zu haben - das raten Lehrer den Kindern. "Du bist nicht dumm. Auch Sportler müssen regelmäßig trainieren, bis sie zu guten Leistungen kommen." Die Kinder sollen sich nicht mit anderen vergleichen, sondern nur an sich selbst messen, um Fortschritte und Erfolge auch entsprechend wahrzunehmen. Den eigenen Wert nicht von Schulleistung abhängig machen, sich nicht demütigen lassen oder zu verzweifeln sind weitere Tipps aus diesem Bereich.

Eigene Stärken betonen

"Baue das aus, was du gut kannst." Hier geht es einerseits darum, in der Schule eigene Stärken hervorzuheben, z. B. durch verstärkte mündliche Mitarbeit, gute Leistungen in anderen Fächern, die Konzentration auf nicht-rechtschreib-relevante Bereiche wie etwa Aufsatz oder Präsentation.
Andererseits raten die Lehrkräfte den Kindern auch dazu, ihre außerschulischen Fähigkeiten zu stärken, z.B. ein Musikinstrument zu erlernen oder in einer Laienspielgruppe mitzumachen.

Hilfsmittel, -programme, -medien nützen

Es gibt vielfältige Übungsprogramme, die Kinder laut Lehrkräften auch nutzen sollten: "Bereite Texte mit dem Lurs-Minimator optisch auf, dann kannst du sie einfacher lesen.  Benutze den Computer zum Schreiben und lass deine Texte durch das Rechtschreibprogramm korrigieren."
Als Hilfsmittel werden u.a. liniertes Papier wie in der Grundschule, ein Lesestab oder Lesefenster erwähnt.

Lesen in den Vordergrund stellen

"Das Leben funktioniert auch ohne perfekte Rechtschreibung. Ohne Lesen bleibt dir die Welt verschlossen."
Dieser einfache Tipp verdient eine Extra-Überschrift, da er ein zentrales Thema in den Mittelpunkt rückt. Häufig wird die Rechtschreibung sowohl von Eltern und Lehrkräften als auch von Kindern in den Fokus gestellt. Wesentlich wichtiger für die gesamte schulische und auch außerschulische Entwicklung des Kindes ist nach Meinung vieler Lehrer allerdings das Lesen, das für jedes Schulfach und für viele Alltagstätigkeiten sowie außerschulische Interessen gebraucht wird.

Bewusst Lerntechniken einsetzten

Regelmäßig in kleinen Portionen üben, z.B. ein Lerntagebuch zu führen oder Buchstaben mit Lautgebärden zu lernen fallen in diese Kategorie von Tipps. Aber auch das Erlernen von Entspannungstraining oder Aufmerksamkeitstraining empfehlen viele Lehrerinnen und Lehrer.

Spezielle Strategien anwenden

Hier geben die Lehrkräfte einen großen Fundus an Tipps an die Kinder weiter, den wir gerne wörtlich wiedergeben:

  • Großen Wert auf das Silbieren legen
  • FRESCH-Methode anwenden "Sprich beim Lesen deutlich mit! Zerlege dir die Wörter in Silben!"
  • mehrmals am Tag für ca 10 min Lese- und Wiederholungszeit einplanen: "täglich 10 Minuten zu lesen was dir Spaß macht (Comic, Zeitung, ...)"
  • Schreibprozess verlangsamen und Überarbeitungsstrategien anwenden
  • Lesen statt Fernsehen
  • Lieber weniger üben, dafür aber konzentriert! Arbeite langsam und lass dich nicht aus der Ruhe bringen!
  • Bewegung und ausreichend Schlaf sind wichtiger als Computerspiele!
  • Zufrieden damit sein, sich kleine Ziele für kurze Zeiträume stellen.
  • Übe abzuschreiben, präge dir nur kurze Sequenzen ein.
  • Wahrnehmungsspiele verwenden, Bilderbücher "studieren"
  • Führe dein Hausaufgabenheft genau! Sag es, wenn du etwas nicht verstanden hast.
  • Lernwörter in kleinen Häppchen üben

Hilfe annehmen

"LRS soll nicht dein Leben bestimmen. Nimm die differenzierten Hilfen an!" Lehrkräfte ermutigen die Kinder, zusätzliche Angebote anzunehmen. Sie sollten jede Hilfe nützen, nicht verzweifeln, sondern zuversichtlich auch außerschulische Förderung besuchen und diese Unterstützung ernst nehmen.

Akzeptanz und Offenheit im Umgang mit LRS

"Jeder Mensch hat seine eigenen, persönlichen Macken, mit denen er leben muss -schäme dich nicht dafür!"
Sehr viele Lehrkräfte raten den Kindern, offen mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und auch mit anderen betroffenen Kindern darüber zu sprechen. Auf der einen Seite steht hier die Akzeptanz der eigenen Schwäche, auf der anderen Seite auch der Rat, sich nicht auf dem "Status Krankheit/ Behinderung auszuruhen". Die Kinder sollten zu den Schwierigkeiten stehen, aus Fehlern lernen und immer wieder auf sich aufmerksam machen.

Und zu guter Letzt ...

... ein besonders interessanter und nachdenkenswerter Tipp einer Lehrkraft an die Kinder: "Verzeiht den Erwachsenen die falsche Behandlung euch gegenüber."

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Auswertung

Zusammenfassung der Auswertung

Sie können sich die gesamte Auswertung als pdf-Datei (241 KB, 26 Seiten) herunterladen.

1. Teil: Ausbildungsstand der Lehrkräfte zum Schriftspracherwerb
2. Teil: Definitionen von LRS / Legasthenie
3. Teil: Belastung und Förderung der Kinder mit LRS / Legasthenie
4. Teil: Erwartungen der Lehrkräfte
5. Teil: Tipps der Lehrkräfte

Fragebogen

Lehrerfragebogen 2010 als PDF (1,3 MB)

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